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06Glas & Fassade

Solaranlagenreinigung in Braunschweig

Ein geschlossener Staubfilm kostet 2 bis 6 Prozent Ertrag. Moos an der Unterkante ein Vielfaches davon.

Reinigung einer Photovoltaikanlage auf einem Hallendach in der Region Braunschweig

Eine Anlage meldet keinen Reinigungsbedarf, sie liefert weniger. Der teuerste Belag ist der kleinste: ein zwei Zentimeter breiter Moossaum an der Unterkante verschattet punktuell, und im Strang bestimmt das schwächste Modul den Strom aller anderen. Über mehrere Sommer altert die Bypass-Diode thermisch, es entstehen Hotspots über 100 °C. Schmutz lässt sich abwaschen, ein Hotspot nicht.

Wie schnell sich der Belag aufbaut, entscheidet die Dachneigung. Ab 25 Grad spült Regen den Feinstaub ab. Unter 15 Grad staut sich das Wasser am unteren Rahmenprofil und hinterlässt genau dort den Saum, auf dem Algen und Moos ansetzen. Was zutrifft, sagt die Anlage selbst: wir lesen den spezifischen Ertrag in kWh/kWp aus, bevor jemand aufs Dach geht.

Was konkret geleistet wird

01

Modulfläche

  • Rotierende Weichbürste 0,15 mm über Carbonstange, kein Anpressdruck auf Rahmen und Klemmen
  • Vollentsalztes Wasser, Restleitwert unter 20 µS/cm, trocknet ohne Kalkschleier ab
  • Kein Hochdruck, keine Tenside, keine Politur: die Antireflexschicht bleibt unberührt
  • Zweiter Durchgang für Algensaum und Moos am Rahmenprofil, mechanisch statt chemisch
  • Einsatz nur bei Modultemperatur unter 30 °C, meist zwischen 06:00 und 10:00 Uhr

02

Prüfung und Ertragsnachweis

  • Sichtprüfung vor Wasserkontakt: Glasbruch, Delamination, Schneckenspuren, beschädigte Rückseitenfolie
  • Kontrolle von Modulklemmen, Kabelführung und frei liegenden Steckverbindern
  • Auslesen der Strangerträge aus dem Wechselrichter vor dem Einsatz und 14 Tage danach
  • Einstrahlungsbereinigter Vergleich des spezifischen Ertrags in kWh/kWp statt Vorher-nachher-Foto
  • Fotodokumentation je Modulfeld mit Datum, Uhrzeit und Zählerstand, Übergabe als PDF

03

Zugang und Umfeld

  • Absturzsicherung nach DGUV Regel 112-198 und 112-199, Anschlagpunkte nach DIN EN 795
  • Zugang über Dachluke, Hubarbeitsbühne oder Teleskopstange bis 12 m vom Boden
  • Module werden nicht betreten, gearbeitet wird von Laufweg, Attika oder Korb
  • Dachrinnen, Abläufe und Kiesfangleisten von Laub und Nadeln befreien
  • Verschattende Bepflanzung gemeldet mit Modulreihe und Tageszeit, Waschwasser ohne Chemie

Vom Anruf bis zur laufenden Betreuung

  1. 2 Wochen vorher

    Anlagendaten auswerten

    Lesezugriff auf das Monitoring oder Datenexport der letzten 24 Monate. Daraus lesen wir Ertragsverlauf, Strangdifferenzen und Verschmutzungsgrad ab, bevor jemand das Dach betritt.

  2. 1 Woche vorher

    Zugang und Sicherung klären

    Anschlagpunkte, Dachaufbau und Traglast geprüft, Sicherungsverfahren und Zeitfenster festgelegt. Fehlen Punkte nach DIN EN 795, planen wir Bühne oder Bodenreinigung ein und weisen die Mehrkosten vorab aus.

  3. Einsatztag

    Reinigung in den Morgenstunden

    Sichtprüfung, Bürstengang mit entsalztem Wasser, zweiter Durchgang an den bewachsenen Reihen. Ein Modulfeld von 200 Modulen ist in vier bis sechs Stunden abgearbeitet, die Anlage bleibt dabei in Betrieb.

  4. 14 Tage danach

    Ertragsvergleich vorlegen

    14 Tage davor gegen 14 Tage danach, bereinigt um die Globalstrahlung. Sie bekommen den Delta-Wert in kWh/kWp und in Prozent. Das ist die Grundlage für das nächste Intervall, nicht für ein Verkaufsgespräch.

Preisorientierung

Richtwerte ohne Umsatzsteuer. Der verbindliche Festpreis entsteht nach der kostenfreien Objektbegehung und gilt für den vereinbarten Leistungsplan.

LeistungEinheitabHinweis
Aufdachanlage bis 15 Grad Neigungje Modul4,20 €Flachdach oder Aufständerung, Zugang über Dachluke, ab 60 Modulen
Schrägdach ab 20 Grad mit Seilsicherungje Modul6,80 €Inklusive persönlicher Absturzsicherung, Anschlagpunkte bauseits
Hallendachanlage ab 100 kWpje kWp9,50 €Entspricht rund 3,80 € je Modul bei 400-Wp-Modulen
Freiflächenanlage ab 250 kWpje kWp5,40 €Reinigung vom Boden, Tischneigung 20 bis 25 Grad, Peine und Wolfenbüttel
Moos- und Flechtensaum an der Unterkanteje Modul1,90 €Zuschlag für den zweiten Durchgang, nur für betroffene Reihen

In Braunschweig und Umgebung

Hansestraße in Veltenhof und Braunschweiger Hafen
Umschlagstaub verbindet sich mit Feuchtigkeit zu einem grauen Film, entlang der A2 und A39 kommt Bremsabrieb an der unteren Rahmenkante dazu. Solche Lagen kosten 8 bis 15 Prozent Ertrag statt der üblichen 2 bis 6.
Geitelde, Timmerlah und Peiner Umland
Futter- und Erntestaub, dazu ein fettiger Belag aus der Stallabluft. Zweimal jährlich, im Frühjahr und nach der Ernte.
Bester Termin im Jahr
Mitte März bis Mitte April, nach Birkenpollen und vor der Rapsblüte. Mai bis August erzeugen rund 60 Prozent des Jahresertrags.
Peine und Wolfenbüttel
Freiflächenanlagen vollständig vom Boden aus. Aufdachanlagen im Gewerbepark Braunschweig-Nord und in Rüningen-Süd bündeln wir auf einen Anfahrtstag.

Häufige Fragen zu Solaranlagenreinigung

Wie viel Ertrag bringt eine Reinigung tatsächlich zurück?

Leicht verstaubtes Schrägdach: 2 bis 4 Prozent. Stalldach oder bemoostes Flachdach: 10 bis 20 Prozent. Eine 100-kWp-Anlage im Raum Braunschweig liefert rund 950 kWh je kWp im Jahr, vier Prozent sind also 3.800 kWh oder bei 20 Cent Eigenverbrauchswert etwa 760 Euro. Welcher Wert für Ihre Anlage gilt, sagt der Ertragsvergleich danach, nicht das Angebot.

Warum arbeiten Sie ohne Hochdruck und ohne Reinigungsmittel?

Hochdruck belastet Rahmenverklebung, Abdichtung und Rückseitenfolie: feine Vorschäden werden zu Eintrittsstellen für Feuchtigkeit. Tenside hinterlassen auf der Antireflexschicht einen Film, der Staub bindet, und die Anlage ist nach Wochen schmutziger als vorher. Vollentsalztes Wasser trocknet rückstandsfrei ab. Die Herstellergarantien setzen chemiefreie Reinigung fast durchgehend voraus.

Betreten Ihre Mitarbeiter die Module?

Nein. Ein Tritt auf die Modulfläche erzeugt Mikrorisse in den Zellen, die im Elektrolumineszenz-Bild sichtbar werden, mit bloßem Auge aber nicht. Der Leistungsverlust bleibt dauerhaft und die Herstellergarantie entfällt. Gearbeitet wird ausschließlich von Laufwegen, Attika, Hubarbeitsbühne oder mit der Teleskopstange vom Boden.

In welchem Intervall sollte eine Anlage gereinigt werden?

Ab 25 Grad und in staubarmer Lage alle zwei bis drei Jahre. Flachdach und Ost-West mit 10 bis 15 Grad jährlich, weil die Selbstreinigung durch Regen dort ausfällt. Landwirtschaftliche Dächer und Anlagen an A2, A39 und Hafen halbjährlich. Nach dem ersten Ertragsvergleich legen wir das Intervall nach gemessener Verschmutzungsrate fest.

Muss die Anlage für die Reinigung abgeschaltet werden?

In der Regel nicht. Die Gleichstromseite steht bei Tageslicht ohnehin unter Spannung, auch bei getrenntem Wechselrichter: eine Abschaltung schützt nicht zusätzlich. Entscheidend ist die Sichtprüfung vorab. Zeigt ein Modul Glasbruch oder verletzte Rückseitenfolie, wird es gesperrt und Ihrem Elektrofachbetrieb gemeldet, nicht bewässert. Der Ausfall bleibt gering, weil wir morgens bei niedriger Einstrahlung arbeiten.

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